DJK Neustadt lässt dem Lokalrivalen ASV beim Derby nicht den Hauch einer Chance

ASV Neustadt/WN – DJK Neustadt/WN 0:6

Ein Derby lebt normalerweise von Spannung, Dramatik, Kampf und Emotionen. Auf all das mussten die ca. 220 Zuschauer – darunter etwa 150 DJK-Fans – am Sonntagnachmittag auf dem Felixberg verzichten. Denn deutlich wie selten zuvor bestimmten die „Gelb-Schwarzen“ von Manfred Lederer dieses Stadtduell und liessen ab der ersten Minute keine Zweifel darüber aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde.

Vor allem vor der Pause präsentierte sich der Tabellenführer in prächtiger Spiellaune. Dazu passte natürlich der frühe Führungstreffer so recht in den Plan der favorisierten Gäste: Nach Abwehrfehler überwand Felix Staffe den einheimischen Torwart Ondrej Kaspar mit einem gezielten Schuß ins lange Eck., gerade einmal vier Umdrehungen hatte der Sekundenzeiger da erst hinter sich gebracht. So geriet der ASV auch früh unter Zugzwang, entschied sich, offensiv dagegen zu halten und stand mit seiner Abwehrkette auch erstaunlich hoch. Ein gefundenes Fressen für die DJK, die die entstehenden Räume immer wieder zu gefährlichen Angriffen nutzte. Im Wechsel Kurzpassspiel mit raumgreifenden weiten Bällen in die Spitze sorgten die Gäste dafür, dass es immer wieder im ASV-Strafraum „brannte“. So scheiterte Bastian Forster frei vor dem Tor am ASV-Keeper, ehe ein Treffer von Philipp Gerlach wegen Abseits nicht gegeben wurde. In der 17. Minute fiel dann aber doch das längst überfällige 0:2, als Youngster Tom Fukerider von Bastian Forster bestens bedient wurde und eiskalt einlochte. Nach dieser anfänglichen „Sturm- und Drangphase“ nahm der Primus das Tempo ein wenig heraus und gestattete dem sichtlich geschockten Gastgeber etwas mehr Ballbesitz. Der war verzweifelt um eine Ordnung bemüht, doch war man etwa 20 Meter vor dem Tor mit dem Latein am Ende. Ein Beleg für die Harmlosigkeit des ASV war auch, dass dessen Stürmer vor der Pause keinen einzigen Torschuß zu verzeichnen hatten. Anders die Gäste, die nach gewonnenem Zweikampf sofort und schnell umschalteten und gegen eine frühzeitig nur noch „dünn“ besetzte Heimabwehr eine ganze Reihe von Kontermöglichkeiten erhielten. Eine davon führte zum schon vorentscheidenden 0:3, als Felix Staffe – von Phlipp Gerlach auf die Reise geschickt – das Duell 1 gegen 1 mit ASV-Keeper Kaspar für sich entschied und damit einen Doppelpack schnürte. Nur sechs Minuten später standen die beiden Kontrahenten wieder im Mittelpunkt: Nach gut getimtem Flugball von Leroy Häffner sprintete Staffe dem „Objekt der Begierde“ hinterher und wurde vom aus dem Tor eilenden Goalie kräftig „rasiert“. Es gab natürlich Strafstoß für die Gäste, den Leroy Häffner seelenruhig zum 0:4 verwandelte. Der Zusammenprall der beiden Akteure hatte allerdings negative Folgen, den sie blieben verletzt liegen und mussten ausgewechselt werden.

Mit dem mehr als komfortablen Vorsprung im Rücken nahm der Spitzenreiter nach der Pause ein wenig den Fuß vom Gas. Der ASV erkämpfte sich nun mehr Spielanteile, kam allerdings zu nur wenigen Chancen. Ganze zwei Mal musste DJK-Schlussmann Chris Pöhlmann ernsthaft eingreifen, einmal verfehlte ein Kopfstoß von Mohammed Laghchim nur knapp das Tor, mehr war von der einheimischen Offensive nicht zu sehen. Die Gäste dagegen taten nur noch das Nötigste, verwalteten ihren Vorsprung ohne Probleme, jedoch immer darauf lauernd, einen schnellen Gegenzug fahren zu können. Dabei klebte vor allem Torjäger Philipp Gerlach das Pech an den Stiefeln, denn bei drei ihm sich bietenden „Hochkarätern“ hätte er sein Konto von bislang 14 Treffern aufbessern können, ja fast müssen. Zunächst hatte er nach einem Solo den ASV-Ersatzkeeper bereits düpiert, zielte dann aber ans Außennetz. Dann „nagelte“ er die Kugel nach einem kraftvollen Antritt an die Lattenunterkante und schließlich vergab er nach Hereingabe von Tom Fukerider aus nächster Nähe. In der Schlußphase „langten“ die Gäste dann doch noch zwei Mal zu und sorgten für eine deftige Heimpleite der Felixelf. Zunächst war ein Fukerider-Eckstoß abgewehrt worden, der eingewechselte Ludwig Neumann kam in Ballbesitz und spitzelte das Spielgerät dann fast im Liegen zum nach vorne geeilten Innenverteidiger Flo Bösl, der wiederum mit trockenem, halbhohem Rechtsschuß den heimischen Torwächter schlecht aussehen ließ. Den Schlußpunkt durfte dann sehr zur Freude seiner Mitspieler der lange verletzte Patrick Michl setzen, der „das Runde“ nach „Zuckerpaß“ von Basti Forster clever am heraus stürzenden ASV-Keeper vorbei in die Maschen lupfte.

Zehn Minuten später war aus Sicht des ASV ein mehr als „gebrauchter Tag“ endlich zu Ende. Trainer Markus Dagner war natürlich total enttäuscht und brauchte einige Zeit, bis er Worte für das Gesehene fand: „Ein hochverdienter Derbysieg für die DJK. Unser Plan war durch das Gegentor bereits nach vier Minuten über den Haufen geworfen, danach haben einfach zu viele individuelle Fehler verhindert, mithalten zu können. Das Bemühen kann ich meiner Mannschaft nicht absprechen, doch das alleine reicht eben nicht um einer Spitzenmannschaft Paroli zu bieten. Die DJK ist sicher kein Gegner, gegen den wir Punkte holen müssen, aber es ist halt ein Derby, da tut das Ergebnis schon sehr weh“!

Gästetrainer Manfred Lederer wirkte – trotz der tollen Vorstellung seiner Schützlinge – wie immer gefasst, euphorisch ist er ja ohnehin nur ganz selten: „Ja, wir gehen als Spitzenreiter in die Winterpause, bin froh, dass unser Spiel nicht auch abgesagt wurde. Die erste Halbzeit hat mir sehr gut gefallen. In der Pause habe ich noch gefordert, nicht nachzulassen und weiter Tore zu schießen, doch muss ich meine Männer verstehen, dass sie dann gleich mehrere Gänge zurück geschalten haben. Denn die letzten Wochen waren hart wegen unserer vielen Verletzten, das hat doch Substanz gekostet. Meinen Jungs und vor allem denen, die sich zum Teil angeschlagen in den Dienst der Mannschaft gestellt haben, gebührt mein Respekt für eine bisher sehr erfreulich absolvierte Runde. Jetzt freuen wir uns auf die Spielpause, um den Akku aufzuladen und dann hoffen wir, ab März wieder auf lange fehlende Spieler zurückgreifen zu können„.

Tore: 0:1 Felix Staffe (4.), 0:2 Thomas Fukerider (17.), 0:3 Felix Staffe (38.), 0:4 Leroy Häffner (44./ Foulelfmeter), 0:5 Florian Bösl (76.), 0:6 Patrick Michl (80.)
Schiedsrichter: Fritz Betzl (TSV Pressath) – Zuschauer: 220


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